Chinas neuer Kaiser

Mein neues Leben in Shanghai

 
23Juni
2015

And...I'm out!

Hallo Allerseits,

ich kann mich noch genau erinnern als ich in Frankfurt letztes Jahr im Maerz am Gate sass und auf meinen Flug wartete. Es ware eine Reise ins Ungewisse. Jetzt, 15 Monate spaeter bin ich um einige Erfahrungen reicher und morgen geht mein Flug zurueck nach Deutschland. Bereut habe ich diesen Schritt nicht.

Die Anfangszeit hier im Reich der MItte war ziemlich hart, sei es auf Arbeit oder im privaten Leben, Oefters als mir lieb war setzte das Phaenomen "China-days" ein. Ein Tag an dem China einem ins Gesicht schlaegt. Mit Anlauf. Mit einem Stuhl in der Hand. Dabei hinkt der Vergleich etwas, denn es sind nicht einzelne Aktionen die einen verzweifeln lassen, sondern sind diese Attacken auf die Nerven subtil. Nagend.Klein. Als wuerde einem jemand vier Stunden lang mit einem Stift in die Seite piksen und dabei laecheln. 

In den letzten 6 Monaten war allerdings doch alles etwas entspannter, entweder hatte ich mich an China gewoehnt oder aber hatte das Land Mitleid mit mir oder den anderen Auslaendern. Geschaeftlich, wurden die kulturellen Unterschiede sehr deutlich am Anfang. So kam ich ja aus einem sehr freundschaftlichen wohl familiaeren Arbeitsumfeld. Hier fuehlte man sich im ersten halben Jahr ein bisschen wie Bambi im Vietnamkrieg. Auch wenn ich viel ueber Chinesische Kultur gelesen hatte, so war arbeiten hier in China nicht vergleichbar. Persoenliche Beziehungen ob Privat oder im Geschaeftsleben sind das A & O. 

Nun ja, in den letzten zwei Wochen war ich auf den Gili Inseln gewesen und bin deshalb wohl etwas entspannter im Moment. Die Koffer sind gepackt, ich warte jetzt auf die Uebergabe der Wohnung - ach, das wird ein Spass wieder. 

Was ich nicht vermissen werde sind die unzaehligen Business trips, welche wirklich an der Substanz nagen. Ansonsten denke ich dass ich doch mal wieder vorbeischauen werde im schoenen Shanghai.

Vielen Dank an alle die den Blog gelesen haben. Vorerst wars das erstmal mit meiner Karriere als Blogger, aber schauen wir mal was die Zukunft bringt. Nach Samurai Flow und China's Kaiser war es das erstmal mit dem Abenteuer Asien. Aber wer weiss, vielleicht bracht ja Bogota demnaechst einen neuen Buergermeister oder aber Trinitad und Tobago einen neuen Nationaltrainer.

Falls es soweit ist, ich halte euch auf dem Laufenden.

Adios.

Kommandant Lotusbluete...over and out!

05April
2015

Von Bisswunden und anderen Anpassungsschwierigkeiten

Что нового?

Was gibts neues? Ausser dass ich auf meine letzten Tage ein sehr sehr volles Programm habe, welches mit vielen Dienstreisen verbunden ist, nicht sehr viel. 

Gestern Abend wurde ich in die Schulter gebissen. Ja genau, von einem Uruguayer, der meinte ich glaube ihm nicht dass er aus Uruguay kommt. Da machte er einen auf Suarez und biss mir in die Schulter,...dieser Spast...aber dazu spaeter mehr...

Die Anzahl der Auslaender soll ja in China im allgemeinen zurueckgegangen sein. Allein in Shanghai sind es immernoch um die 30.000. Zuallererst einmal, Hut ab vor allen die diesen Schritt wagen und hierher kommen. Was erkennbar ist, vom Neuankoemmling bis zum eingefleischten Shanghai Auslaender, so sind gewisse Entwicklungsstufen bei der Anpassung dieser fremden Kultur zu erkennen.

Stufe 1: Die Vorfreude 

Da hast du also deinen Arbeitsvertrag oder neue Stellenbeschreibung in der Tasche. In den naechsten Wochen geht es los - nach China. Vom Land weisst du sehr wenig oder hast dir schon ein paar Buecher durchgelesen. Du bist enweder richtig heiss darauf etwas neues zu erleben oder tust das ganze fuer deine Karriere. Was bewegen moechtest du...genau. Produktion-optimieren, Qualitaetsstandards einfuehren - egal was deine Aufgabe ist, bald geht es los und du freust dich.

Stufe 2: Die Ernuechterung 

Hart trifft es dich. Wie ein Kater der 7 tage lang 24 Stunden anhaelt, vergleichbar mit einer durchzechten Nacht, wo du deine Bankkarte verloren hast und am naechsten Morgen in irgendeinem Bett aufwachst und dich fragst "wo bin ich?".  Teilweise sieht ja alles gut aus, die Verpackung ist schoen, doch was darin steckt schockiert dich. Das hast du nicht gekauft, wie bei den Ladyboys in Bangkok, als du bemerkst, "Ups, irgendwas ist faul". Irgendwie hattest du dir das anders vorgestellt. Warum ist denn alles so kompliziert? Das sind bestimmt nur die Anfangsschwierigkeiten, das wird besser, deshalb wartest du erstmal die naechsten Wochen ab. 

Stufe 3: Pro-mille & Contra-Bier

Da bist du also, in China. 1-2mal wurdest du abgezockt - gelacht hast du ueber die Foreneintraege wie dumm die anderen doch seien, sowas passiert dir nie. Bis dich dann zwei huepsche Studentinnen auf einen Tee einladen und du dann mit einer Rechnung von ueber 300 Euro von 2 Schlaegertypen gezwungen wirst zu bezahlen. Jeden Abend gehst du in die Bar, am besten direkt nach der Arbeit um 3-8 Bier zu verhaften, damit du es aushaelst. Verzweifelt suchst du den Kontakt zu anderen Auslaendern in den Bars um deinen Frust loszuwerden. Dein einziges Gespraechsthema ist "wie scheisse es doch hier ist" oder "ich kuendige morgen, das muss ICH mir doch nicht antun". Damals in deinem Dorf warst du noch der Held, Jeder kannte dich, wie du damals beim 5:2 den Landesliga Stuermer umgegraetscht hast. Noch heute zehrst du von den Ruhmesgeschichten von damals und wunderst dich warum dir hier keiner ein Bier bezahlt.

Stufe 4: Aggressionspotenz

Als Nebeneffekt zu Stufe 3 entwickelt sich langsam Stufe 4. Die staendige Draengelei laesst du dir nicht mehr gefallen. Jetzt faehrst du die Ellbogen aus. Mit Stolz erzaehlst du, wie du gestern einen Chinesen, welcher 1 Kopf kleiner war als du, deinen linken Ellbogen in die Rippen gerammt hast. Denen hast du es gezeigt und so schmeckt dein Siegerbier auch gleich viel besser. Regelverstoesse gegen das ordnungsgemaesse Anstellen stehen ganz oben auf deiner Fahndungsliste. Du maulst in aller Oeffentlichkeit in deiner Muttersprache und mimst das Ordnungsamt in allen Situationen. "Wenn der mich noch einmal anrempelt, dann hau ich den um..." Dabei ist es mittlerweile egal ob es ein Vertreter der Volksrepublik Chinas, ein Franzose oder Amerikaner ist - Allen musst du zeigen, dass man sich an deine Regeln halten muss. 

Stufe 5: Heimatstolz und Volksmusik

Mit uebertriebenen Stolz traegst du einen Ganzkoerperanzug mit deinen Nationalfarben oder faehrst in deinem Roller lakiert in deinen Landesfarben vor. Aus deinen Kopfhoerern erklingen nur noch Lieder in deiner Muttersprache. Frueher haettest du wohl kaum Volksmusik gehoert, doch jetzt findest du das geil. Fuer Produkte aus deiner Heimat, zahlst du gerne den 5fachen Preis. Nach Bier Nummer drei haelst du einen Vortrag ueber das fantastische Politiksystem in deiner Heimat, wie toll dort alles gemeistert wird und warum man es nicht ueberall so macht. Waehrend Typ Stufe 3 dir nichtmehr folgen kann, weil er schon bei Bier Nummer 8 ist, hast du deine Gefolgschaft gefunden - 2 Typen aus Stufe 4 sind begeistert von deinem Vortrag und planen eine gewaltsame Revolution. Stolz gehst du nach Hause mit einem Vorsatz: morgen erklaerst du jedem Chinesen wie toll alles "ZuHause" ist, dann wuerden sie bestimmt verstehen warum du manchmal verzweifelt bist. 

Stufe 6: Assimilation

Es macht keinen Sinn, sich gegen diese Uebermacht zu wehren und so ergibst du dich deinem Schicksal. Du laesst alle moeglichen Fotos von dir schiessen und isst sogar Huehnerfuesse zum Fruehstueck. Du hast jeglichen Selbststolz verloren, bist aber fuer deine Arbeitskollegen der Held. Bei einem Firmenrundgang wirst du in zu kleiner Weste und zu kleinem Helm fotografiert. Dein Foto wird wird mit allen geteilt und jeder sagt dir, wie cool du bist. Du wirst von deinen Arbeitskollegen gezwungen deine limitierten Chinesisch Kenntnisse jedem zu zeigen. Das allgemeine Gelaechter wertest du als Zuneigung und freust dich ueber alle deine neuen "Freunde". In die Bars gehst du nichtmehr, denn das machen ja deine Chinesischen Freunde auch nicht. Stattdessen besuchst du ein Traditionelles Theaterstueck welches 4 Stunden dauert und schmatzt mittlerweile wie ein Grosser beim Verzehr von getrockneten Gaensezungen, weil es dir sonst eh nicht mehr schmeckt. Du kaufst dir 2 Mao Poster und haengst sie in dein Zimmer. Wie toll doch die Chinesen ihr Land unter Kontrolle haben. Facebook und Twitter erscheinen dir als ueberfluessige Kommunikationswerkzeuge der boesen westlichen Welt. Eigentlich kannst du dir vorstellen laenger hier zu bleiben. 

Stufe 7: Der Besserwisser

Dir gehts gut. Du weisst die Umstaende einzuschaetzen und empfindest deine gegenwaertige Situation als Siegerpose. Typen der Stufe 3 und 4 nerven dich nur noch. Diese Mimosen, get a life. Du lachst ueber Typen aus Stufe 5. Stufe 6 emfindest du als Armutszeugnis, als Schwaeche. Auf Arbeit laeuft es zwar nicht super aber du kommst klar. Es ist wie in jedem Land, ueberall hat es Vor- und Nachteile zu leben. Du kennst die Loesung fuer alle Probleme und bist gewillt jedem Ratschlaege zu geben wie man hier klarkommt. In Einwander-Foren hast du dir einen Namen gemacht: "China-experte0815" und schreibst seitenlange Eintraege um allen dein Erfolgsgeheimnis mitzuteilen.  Und am Ende des Tages denkst du dir, waerend du in deinem Nationaltrikot in der Bar stehst, eingelegten Tofu mit Chinesischem Bier herunterspuelst: "Zum Glueck bin ich nicht so wie ihr."

 

...Da stand ich also gestern Abend in der Bar. Die Zahne des Uruguayers tief in meine Schulter verbissen. Ein Typ Stufe 2 starrte geschockt- wo ist er denn hier gelandet, er muss Mutti anrufen, er muss hier weg. Waehrend Stufe 3 neben mir fast vom Stuhl faellt haben 2 Typen Stufe 4 schon die Bierflasche am Hals gepackt und warten mit Hochrotem Kopf darauf, dem Uruguayer Manieren beizubringen. Mal ehrlich, in einer Deutschen Bar bei Bundesliga ist das auch ein etwas ungunstiger Zeitpunkt fuer den Mann aus Suedamerika gewesen. Stufe 5 taucht in seinem Nationaltrikot auf und freut sich auf die drohende "Revolution". Waehrend ein, in die Bar verirrter Stufe 6 Patient sich abwendet weil keiner seiner Chinesen involviert ist, faengt Stufe 7 an einen Vortrag zu halten, dass in Suedamerika die Leute eben etwas temperamentvoller sind und er Latinamerika Experte sei, da er letztes Jahr 2 Wochen in der Dominikanischen Republik verbracht hat.

Ich,... hab nochn Bier mit dem Uruguayer getrunken und bin dann nach Hause. Ob die Bar heute noch steht weiss ich nicht. Aber ich werds merken wenn ich naechsten Samstag puenktlich zur Bundeliga wieder dort bin.

In diesem Sinne:

FROHE OSTERN

 

Kommandant Lotusbluete, Over and Out

 

 

 

 

 

 

24Februar
2015

DOWN UNDER

سلام ، حالتون چطوره

Nun denn, so kam also die Zeit, als unser junger Held das wohlbehuetete Nest in Asien verlassen musste und sich in Richtung "Down Under" begab. Die Expedition ueber Chinese New Year fuehrte nach Australien, Sydney.

Da man allerdings nie gehen sollte ohne sich zu verabschieden, musste also am Abend vor dem Flug in Shanghai nochmal der Tisch durchgetreten und 2-3 Biere verhaftet werden. Bereut wurde dieses leichtsinnige Abschiedsabenteuer als am Tage des Abfluges der Wecker nach nur 1.5h Schlaf klingelte und ein Tag voller Meetings wartete ehe es am Abend zu den Koalabaeren ging. Insgesamt sind es selbst vom Oestlichen Basislager in Shanghai noch gute 11 Stunden Flug nach Sydney.

In Australien standen also 2 Pruefungen auf dem Programm: a) Eine farbenreiche Afrikanisch traditionelle Hochzeit und b) die Trauzeugenrede auf der Kirchlichen Hochzeit. Die erste Aufgabe  konnte trotz  Schlafmangel mit Bravour gemeistert werden. Fand ich doch 2 tolle Kameraden: ein Freund aus Deutschland, der auch eingeflogen kam und diesen Weissen Russen, in Fachkreisen auch "White Russian" genannt. Das Fest fand Samstags nachmittags im Garten der Schwiegereltern statt, neben Ghanaischen Koestlichkeiten, Afrikanischer Musik war es sehr farbenfroh und lustig. Und wer braucht schon mehr als Afrikanische Mama's, Kaffelikoer, Wodka und Milch.

Da wir also zwischen beiden Hochzeiten eine Woche Zeit hatten, konnten wir die Gegend um Sydney erkunden und so machten wir uns auf in einem Mietwagen in die Blue Mountains und noch die Kueste hoch nach Port Stevens. Koalas und Kanguruhs wurden gestreichelt und etwas entspannt. Alles in allem war der Roadtrip ganz cool. Am letzten Samstag war dann die Hochzeit in Schwarz und Weiss, also ich mein weisses Brautkleid und schwarzer Anzug (ein Schuft wer hier was boeses denkt). Alles in allem ein sehr gelungenes Fest auch wenn ich die Afrikanische Hochzeit interessanter fand, obwohl mir immernoch meine Leiste wehtut. Die Trauzeugenreden am Abend der Kirchlichen Hochzeit kam sehr gut an. Hatte mich dann also doch fuer die Rede entschieden und nicht fuer den Tanz. Dieses Privileg bleibt nur meinen chinesischen Genossen erhalten.

Grundsaetzlich laesst sich sagen dass Australien sehr teuer is, warum dort dieser Backpackerhype so hochgejubelt wird kann ich nicht sagen. Ich persoenlich finde, dass es schoenere Gegenden und Straende in Sued-Ost Asien gibt um herumzureisen oder zu entspannen. Oder war es doch die westliche Mentalitaet welche mich nicht wirklich geflasht hat. Naja einen Muttermilch-Mafia Ring gibt es halt nur in China. Und auch wenn hier oftmals kritische Toene ueber das Reich der Mitte zu lesen sind, eines kann man sagen: Langweilig wird es hier nie.

Jetzt bin ich ja wieder in Shanghai und eines ist sehr merkwuerdig, so n bisschen hab ich dich vermisst, mein China. (diesmal ganz ohne Ironie und Sarkasmus). Fast ein jahr bin ich jetzt hier und im Moment laeuft es wieder ganz gut - klar ich erinnere an die 4 Regeln, also kann es jederzeit wieder anders kommen. China ist und bleibt ein Land der Widersprueche. Und waehrend die Chinesen gut mit Widerspruechen leben koennen, so faellt es uns Auslaendern eher schwer. Unser Gehirn - evtl. weil wir einen kleineren Teil unseres Gehirns benutzen- scheint darauf nicht eingerichtet. Ich mittlerweile hab mich relativ gut angepasst und sehe, was ich sehen will und hoere was ich hoeren will. "Nicht die Stimme ist es, die der Erzaehlung gebietet: es ist das Ohr" hatte schon Marco Polo zu Kublai Kahn gesagt - Allerdings gibts es dann bestimmt auch in Zukunft wieder diese Tage, wo ich mir sage: "not my circus - not my mokeys"...

in diesem Sinne, Allen ein Gutes Neues (Chinesisches) Jahr...

Bis demnaechst, Kommandant Lotusbluete

Naechsten Monat geht es mal wieder in die U S und A. Ach herrlich, wieder fliegen...ich kann es kaum erwarten.

 Hier noch Bilder von dem Jaehrlichen Firmenfest und unserem Tanzauftritt!

Ghanaische Hochzeit Bondi BeachBlue MountainsRaubtierfuetterung

Tanz auf dem Annual Dinner Annual Dinner Maccarena Annual Dinner 

 

 

10Februar
2015

Vor nicht allzu langer Zeit im Reich der Mitte...

Letztens auf der grossen Buehne...

Tag 4 seit dem grossen Auftritt. Letzten Freitag war es also soweit und wir mussten auf der Buehne vor 682 Menschen auf dem Jaehrlichen Firmenfest performen. Erinnerte mich etwas an die Superbowl Halbzeit show mit grosser Licht Show und am Ende regnete es Rosen. Da ich der einzige Auslaender war der performen „durfte“, ist mir entgueltig ein Platz in der Geschichte gewaehrt. Insgesamt waren alle Auftritte sehr sehr gut. Es war zwar etwas kalt in meinen neongelben Hosen und meiner Fake-Adidas Jacke mit der Aufschrift China, aber wenn das Volk Beine sehen will, dann bekommt das Volk eben Beine.Weiterhin bekam ich meinen 5 Year Service Award fuer meine Zeit in China,...Ja, genau – so lange bin ich ja noch gar nicht hier, allerdings sind die 10 Monate Leid wohl so viel wert wie 5 Jahre oder aber ein Auslaendisches Gesicht macht sich immer gut. Auch wenn mein Name nicht ganz richtig ausgesprochen und geschrieben wurde, so hielt ich mit Stolz meine Trophaee in die Hoehe. Insgesamt war der Abend sehr schoen und auch die Proben mit den Arbeitskollegen machten richtig Spass. Taenzer haett ich werden sollen oder auch nicht. Aber ich wurde nie gefragt ob das heimische Maennerballett an Fasching Nachwuchs braucht...

Neulich im Fitnessstudio...

Als ich nach dem Duschen meine Haare foenen wollte, wurde mir klar, dass hier noch einige Arbeit in Sachen Aufklaerung zu tun ist. So klaerte sich auch die Frage warum meine Chinesischen Freunde nie ein Handtuch mitnehmen. Da steht doch tatsaechlich einer vor dem Spiegel, mit beiden Haartrocknern in der Hand bewaffnet wie im wilden Westen und foent seinen Koerper trocken. Also ueberall, zwischen den Zehen, die Beine oder andere Stellen werden in Seelenruhe trockengefoent. Als er mir eine seiner Waffen geben wollte, lehnte ich jedoch dankend ab, hatten diese schon Stellen an seinem Koerper beruehrt welche ich in keinster Weise in meine Naehe lassen wollte. Als er sich dann auf den Ruecken legte und mit beiden Foens seine Fusssohlen trocken foehnte, musste ich kurz lachen, setzte mir eine Muetze auf und liess unseren chinesischen Clint Eastwood liegend zurueck.

Juengst im Flieger...

Als ich auf dem Rueckweg von Xi’an war, wollte ich im Flugzeug etwas lesen. Also nahm ich mein Kindl (ist ein eBook Reader; Vater bin ich noch nicht)und fing an zu lesen. Ploetzlich kam eine Stewardess angerauscht und schrie!!! mich an, ich solle das Geraet ausmachen weil das Navigationsgeraet gestoert wird. Say What? Da der Flieger schon wieder 2 Stunden Verspaetung hatte, ich wieder eingepfercht in diesem Chinabomber der Airline China Eastern sass und schon 4 mal aufstehen musste, weil meine Sitznachbarin an ihren Koffer musste, fing ich etwas genervt eine Diskussion an – grosser Fehler!!!. Das Flugzeug koenne nicht richtig navigieren wenn mein eBook an is und ausserdem sei es gegen die Chinesischen Luftfahrtregularien. – AHA, na irgendwie hatte ich in meinem 6 Jaehrigen Luft-und Raumfahrttechnik studium davon noch nichts gehoert aber gut. Falls das Flugzeug dann nicht nach Shanghai findet sondern auf einer Insel mit sauberer Luft und Strand landen muesse, dann koennte ich es ja anlassen. Ein Steward wurde hinzugerufen...wieder wurde wiederholt, dass keine elektronischen Geraete erlaubt seien...keine! Und eines ist klar, diskutiere nie mit einem Chinesen in der Oeffentlichkeit, wenn dieser dadurch evtl sein Gesicht verliert. Ich akzeptierte meine Unterlegenheit. Doch eines sei gesagt, Mir etwas von Navigationsgeraet-interferenzen erzaehlen wollen, aber mitm Haartrockner des Bibbele trocken foehnen, is scho klar...

So am Donnerstag gehts nach Australien (Aodaliya auf Chinesisch). Dort muss ich dann auf der Hochzeit auch eine Rede halten.Bisher hab ich noch nichts vorbereitet, bin aber die Ruhe selbst, denn zur Not, dann tanz ich halt...AY AY AY !

19Januar
2015

NEUJAHRSTANZ

Ein Gutes Neues wuensch ich allen. Etwas spaet werden einige meinen, jedoch bin ich eigentlich noch recht frueh dran, denn in China wird das Neujahrsfest im Februar gefeiert.

Ende Oktober war ich in Hongkong gewesen, hab mich in Macao beim Gluecksspiel versucht und war auf der Zhuhai Airshow im November. Ein Businesstrip nach Deutschland und Silvester am Strand auf den Philippinen werden durch unzaehlige sinnlose Trips nach Nanjing, Wuxi und Xian abgerundet. Im Moment bin ich sehr froh dass ich doch etwas Zeit in Shanghai verbringen kann.

Letztes Wochenende war ich in Wuxi, weil unsere Firma einen Firmenausflug organisierte, sozusagen als Teambuilding event. Insgesamt waren 85 Chinesische Arbeitskollegen mit Frau und Kind anwesen und der Kommandant als einziger Auslaender mittendrin. Teambuilding - aha ! Waehrend sich die Chinesen ja eher als selbstlos bezeichnen, haelt dieses Bild schon vor den eigenen Sprichwoertern nicht stand: " Ein Chinese fuer sich ist wie ein Drache" heisst es da, "Zehn chinesen sind wie ein Sack Floehe" - von wegen Kollektiv. Was man doch alles erreichen koennte wenn 1.3 Milliarden Chinesen an einem Strang ziehen wuerden, leider hatten schon meine 80 Chinesen Probleme sich auf eine Richtung zu einigen. Na zumindest in einer Sache waren sie sich einig, ein Bild von Ihrem Kind und dem Auslaender ist ein Muss. So finden sich bestimmt in Zukunft einige Bilder von mir mit Chinesischen Kindern auf dem Arm in irgendwelchen Fotoalben - solange es bei Fotos bleibt ist das alles noch ertraeglich, bei Unterhaltsforderungen allerdings, bin ich ganz schnell raus!

Beim Abendessen "durfte" ich einen Tanz auffuehren, so war es wohl ein grosses Highlight als ich ohne vorherige Aprache auf die Buehne geholt wurde um "Macarena" vorzufuehren. Lautes Groehlen und Klatschen untermalten diese einmalige Darbietung. Das waere ja alles noch ertraeglich gewesen, doch da alle diese Vorfuehrung so lustig fanden, soll ich diesen Tanz in einem Pilotenkostuem - ja richtig gelesen- auf dem Jaehrlichen Firmenfest vor 700 Chinesen vorfuehren. Also irgendwie geht meine Strategie nicht auf - Wer macht sich denn hier jetzt zum Affen? Na gut, wenn es denn dazu dient 700 Genossen zu belustigen, dann mach ich das halt: evtl finden sich ja noch ein Indianer, Bauarbeiter und Matrose, denn dann koennte die Zugabe Y M C A lauten. Wie ihr seht, hat der Kommandant den Aggrolevel abgelegt und auch der Promillelevel steigt kaum noch an - hat wohl mit meinen Vorsaetzen fuern neue Jahr zutun, oder aber ich werd einfach alt und zu muede um mich aufzuregen. Am Ende dieses Wochenendes bekam noch jeder eingelegte Rippchen und Gaensezungen mit, eine Spezialitaet der Region, sagte man mir. Na also dann muss ich mir schon keine Gedanken machen was ich bei meiner Rueckkehr nach Deutschland mitbringe. 

Noch 6 Monate wird die Mission "China" andauern - auf diesen Zeitraum habe ich mich mit meinen Vorgesetzten geeinigt. Dann ist es Zeit fuer mich weiterzuziehen, Neues zu entdecken.  Aber bis dahin versuch ich etwas oefters zu bloggen. Jetzt aber muss ich los - zur Tanzstunde!

Bis densen

 

 

18Oktober
2014

GNADENLOS AUFGEDECKT! (Teil 1)

Как дела?

12 Fluege, 4 Zugfahrten und nur 7 Naechte im eigenen Zuhause in Shanghai, so sieht & sah mein Oktober bisher aus.

Anfang Oktober war ich 7 Tage in Bali, um mich mal etwas zu erholen. Es war National Holiday in China und ich musste mal raus. Dann ging es nach Nanjing, diese Woche war ich in USA in Utah und dann gehts weiter nach Xian und nach Hongkong. 20 Stunden Reisestrapazen, 2 Meetings in USA, 20 Stunden wieder zurueck, das macht Sinn. Mehr moechte ich dazu nicht sagen.

Bali Bali 2 UTAH (USA)

Meinen Fuhrpark hatte ich auch erweitert und so habe ich mir nun doch nach 6 Monaten in Shanghai einen Elektro Roller besorgt. Mattschwarz mit einem Custom Lenker und einer leistungsstaerkeren Batterie. 40km komme ich damit weit und 55km/h ist die Spitzengeschwindigkeit. Damit lasse ich all die anderen Roller stehen und es mag sich zwar nicht schnell anhoeren, reicht aber dennoch um sich bei diesem Strassenverkehr umzubringen. Also musste ich erstmal etwas ueben und die folgenden Disziplinen bewaeltigen:

  • rechts einordnen um links abzubiegen;
  • links einordnen um rechts abzubiegen;
  • gar nicht einordnen und trotzdem abbiegen,
  • das rechts abbiegen unter Einbeziehen der Fahrradspur
  • und das Profi-rechts-ueberholen (hier darf die Zahl der ueberrollten Fahrradfahrer an sonnigen Tagen nicht mehr als 3 ueberschreiten; Ausnahmeregelungen fuer Regentage sind in den zustaendigen Aemtern einzusehen)
  • sowie Rhytmischen Hupen (vorzugsweise die Deutsche Nationalhymne) beim Slalomfahren auf dem Fussgaengerweg

So einen Roller muss man natuerlich auch registrieren. Immer wieder wurde ich zu einer anderen Polizeistation geschickt mit irgendwelchen Begruendungen (Sitz zu breit, Roller zu lang, keine Rechnung mehr), Nach der 4!! Station gab ichs dann auf. Jetzt fahr ich halt mit einem unregistrierten Roller durch die Strassen - schwarz sozusagen - naja passt ja zur Farbe. Obwohl ich letzt auch einen "deutsch" lackierten Roller gesehen hab (siehe Bilder). Vielleicht gruende ich auch nen Rockerclub hier in Shanghai, denn das mit dem Motorradclub, das liegt ja bekanntlich in der Familie. (Gruesse an den Wermerichshaeuser Harley Club).

Flow-Rider FlowRider FlowRider reloaded

Ein gutes Buch habe ich letzt entdeckt "End of Copycat China", na der Autor muss wohl high gewesen sein, denn ich kann hier immernoch an jeder Ecke mein Ralph Lauren Shirt mit Boss Preisschild in der Armani Packung kaufen. Weiterhin gibt es noch die "Verschmelzer", etwa die Fast Food Kette, die sich in Symbiose ihrer allseits beliebten amerikanischen Vorbilder "McKentucky" nennt. Durchfall und Brechreiz ist hier vorprogrammiert, um beim Begriff "Verschmelzer" zu bleiben nenne ich soetwas dann "Brechfall". Hatte ich auch schon, aber mittlerweile besiegt! Waehrend ich dachte ich habe alle Harry Potter Buecher (7 insgesamt) gelesen, wurde ich eines besseren belehrt, denn anscheinend wurden in China weitere duzend Potter-Abenteuer veroffentlicht: so finde ich "Harry Potter und die goldene Schildkroete" oder "Harry Potter und der Leopardendrache" in den Buecherregalen. Keine Sorge, die kommen bestimmt noch in Deutschland raus...oder halt auch nicht! 

Tja Faelschungen gehoeren hier zum Standard. Laut einer Studie laufen eine halbe Millionen falscher Magister und Doktoren im Land umher. So koennte es wohl passieren, dass aus Kommandant Lotusbluete, der Dr. Dr. Dr. rer. hab. Lotusbluete nach Deutschland zurueckkehrt.

Was allerdings in China schwer aufzutreiben ist, sind Deoroller, nicht mal Faelschungen gibt es hier. So habe ich meinen Eltern fuer ihren Besuch eine ganze Liste verschiedenster Toilettenartikel in Auftrag gegeben. Das Fehlen dieses Toilettenartikels, welcher die chinesische Rasse am Fortschreiten und Zivilisierung des westlichen Gesellschaftslebens hindert, zeigt eine weitere Ausnahme der Regel, der zufolge alle Menschen gleich seien: vielleicht vor Gottes Gnade, nicht aber vor meiner Nase. Als Ersatz werden hier hauptsaechlich Auslaendern (denn Chinesen stinken ja nicht) 1) eine operative Entfernung der Schweissdruesen angeboten oder 2) ein medizinisches Spray mit den schoenen Namen "hu xiu sha jun" , dieser bedeuted " Bakterienkiller fuer Leute die stinken wie Fuechse" - fuer uns Auslaender also.  Da ich aber kein Fuschs bin und ich diesen evtl. falschen Doktoren nicht traue, warte ich also auf das Eintreffen der hochbegehrten Deoroller.

So nachdem ich jetzt den genialen Kreis zwischen ElektroRoller und DeoRoller geschafft habe, lass ich es mal fuer heute und verabschiede mich...Ich geh mal raus um weiterhin die Sonderheiten dieses Landes aufzudecken. 

TIPP DES MONATS: Da hier in meinem Hotel sehr viele chinesische Touristen ankommen um Shanghai zu entdecken, gehe ich vielleicht auch meiner neuen Lieblingsbeschaefftigung nach: "Wie mische ich mich unauffaellig unter eine chinesische Touristengruppe".. Meine Tipps hierfuer: 

  • Ich ziehe mir einen Guertel mit Goldschnalle an und versuche meine Klamotten moeglichst nicht abzustimmen
  • Ich ziehe meine Hose hoch bis unter die Achseln, kremple die Hemdsaermel zurueck und klatsche mir bei Pausen rhytmisch auf meinen Bauch
  • Ich nehme eine Wochenration Melonenkerne, Obst, getrockneten Fisch und in Tee eingelegte Eier mit (bei einem Tagesausflug verdopple ich die Ration)
  • Ich fotografiere jeden Felsbrocken, Baum und jeden Auslaender
  • Spaetestens alle zwei Stunden frage ich nach heissem Wasser fuer mein mit Tee gefuelltes Marmeladenglass
  • Ich folge stets dem Megafon des ReiseFUEHRERS aus dem "My heart will go on" droehnt

In diesem Sinne, wer braucht schon Bundesliga am Samstag...

Haut rein

Freude Herrscht! Yu Garden Yu Garden

 

 

 

 

16Sept
2014

A Letter for you...

Liebes Kina,

Anfang September bin ich mit einer Bekannten aus Shanghai nach Tokio geflogen fuer ein verlaengertes Wochenende. Schoen war es mal wieder in der alten Heimat zu sein. Haben alle Sehenswuerdigkeiten angeschaut und waren auch am Fusse des Fujiyamas mit dem Tretboot unterwegs. War ein sehr schoenes Wochenende in meiner Hood aus dem Jahre 2008 und doch... auch ein grosser Kulturschock. Fuer so manch Einem zuhause scheint China, Japan, Korea oder Thailand wohl alles das gleiche izu sein - " Das is doch da, wo huebsche Maedels, Sushi aus Hund an geilen Straenden servieren und wo jeder nett ist" - Naja fast. Ausser das mit dem Hund trifft wohl nichts auf dich zu, oh du mein Kina.

Meji

Wie hab ich dich vermisst, mein Kina. Wo war das Gedraengel in der U-bahn. Wo sind meine blauen Flecken an den Ellbogen hin, gestaehlt von dem taeglichen Kampf einen Platz zu erhaschen. Irgendwie ein komisches Volk diese Japaner, nicht nur dass sie Dich in der Vergangenheit bekaempft haben, nein auch weil sie immer freundlich sind und alles ist organisiert. Welch eine Vergeudung, nicht wahr, wo es doch auch im Chaos funktioniert. Und was ist dieses Sushi eigentlich, wo ist da das ganze Oel, welches man sogar guenstig aus Klaeranlagen gewinnen kann. Richtig, so ein guter Fisch muss einfach in Oel ertraenkt werden. Richtig erschrocken war ich als uns richtig freundlich geholfen wurde als wir nach dem Weg gefragt haben in Japan, wo war diese Gleichgueltigkeit anderen Individuen gegenueber. Und was soll eigentlich diese staendig gute Qualitaet, das ist doch nicht oekonomisch effektiv-  Geld wird auch fuer weniger gute Qualitaet bezahlt, warum also nach Perfektion streben, wenn der einfache Weg auch funktioniert. Und dieser blauen Himmel und frische Luft, das wird doch alles ueberbewertet, da geb ich dir Recht. Kommandant Kirschbluete muss wirklich ein Weichei gewesen sein, deshalb regiert ab sofort nur noch Kommandant Lotusbluete.

Froh war ich als ich am Mittwoch wieder in deinem wohlbehueteten Schoss war und nach Xian flog. Zwei Stunden Verspaetung am Flughafen sind ja hier normal - endlich mal Zeit auszuspannen. Du weisst wie es sich Leben laesst. in Xian war es dann mal wieder soweit fuer eine neue Runde Tetris in 2D. Nichts war vorbereitet und so durfte ich bis 10 Uhr abends vermessen und Kartons ausschneiden. Da die Klimaanlage mal wieder nicht funktionierte war ich auch etwas verschwitzt aber das ist ja bekanntlich gesund. In meinen beiden Studiums hatte ich nie richtig gelernt wie man Klebeband und Kartonmesser benutzt - auch hierfuer nochmals Danke. Der eigentliche Lean Event verlief super und ich erntete viel Applaus, allerdings wird hier mittlerweile auch geklatscht wenn ich einen fahren lasse oder ruelpse. Abends musste ich dann neben meiner Taetigkeit als Lean-manager mal wieder als Business Relations Manager ans Werk - kurz gesagt: Ich durfte mit den Leuten von der Regierung Reisschnaps trinken, damit einige Genehmigungen schneller erteilt werden. Schoen wenn man einen trinkfesten Deutschen im Team hat und diesen direkt neben den Bossen von der Regierung setzt. Schnaepschen hier, Schnaepschen da, Kuesschen links, Kuesschen rechts und noch eine Rose fuer die Dame - ich glaub ich muss nach einer Gehaltserhoehung fragen.

Am letzten Wochenende hab ich mir dann deine Terrakotta Armee angeschaut. Es hat zwar den ganzen Tag in Stroemen geregnet, aber wer im Paradies sitzt, der regt sich doch ueber solche Kleinigkeiten nicht auf. Also das war wirklich imposant (ganz ohne Ironie diesmal- Nachzulesen im Lonely Planet auf Seite 47ff). Ein Kumpel war zu Besuch in Xian und wir haben uns ein schoenes Wochenende gemacht. Mit genug Bier erscheint auch das grauste Grau manchmal Bunt. Haben in der Moslemstreet die Spezialitaeten der Region probiert und waren auch mal in der Karaoke Bar und haben die altbekannten Lieder geschmettert. Anscheinend ist dieses "all-you-can-drink" nichts fuer dich, mein Kina, denn auf dem Gang und in der Toilette war ueberall Erbrochenes - na, Karaoke ueberlassen wir dann doch lieber diesen Japanern.

Heute Abend geht dann der Flug wieder zurueck nach Shanghai und morgen besuche ich mal das Oktoberfest dort mit ein paar Freunden. Damals 2008 war ich auch auf einem Oktoberfest, in Japan im Hibya Park. Doch wenn wir eines gelernt haben, dann, dass sich Vergleiche nicht lohnen und sich nichts mit dir messen kann...oh du mein Kina.

In Liebe,

Kommandant Lotusbluete

 

P.S.: Mir gehts gut hier, es ist viel zu tun und ich hatte auchmal wieder 5 Boxstunden beim Klaus. Im Oktober flieg ich nochmal raus, da ist hier Feiertag und Anfang Dezember komm ich ma nach Mainz fuer einen Businesstrip.

P.P.S.: Letzt ist in der U-bahn ein Auslaender umgekippt - alle Kinesen haben weggeschaut und sind aus der U-Bahn gestuermt ohne zu helfen. War wohl ein kleiner Skandal auch hier in den Medien. Als sie dann gefragt wurden, warum niemand geholfen hat, wurde geantwortet, weil sie dachten es sei ein Scam und sie wuerden verklagt wenn sie helfen und was falsch machen. Na bravo...Aber wie hat Schon Erich Kaestner gesagt: "Die ersten Menschen werden nicht die letzten Affen sein!" Na zum Glueck war ich letzt erst beim Artzt und mir gehts gut.

10August
2014

Einmal "Durchdrehen" bitte!

"Weisst du wirklich was du da machst, Flo?" - Nein! - An diese Frage erinnerte ich mich in letzter Zeit immer oefters. Allerdings stammte diese Frage nicht aus meiner Zeit hier in China sondern noch aus Germania, als ich meinen Freunden und Kollegen mitteilte, dass ich mal so mir nichts dir nichts nach China aufbreche. Nun ja damals hatte ich Hummeln im Arsch und wollte nochmal raus - und jetzt, ja jetzt gehen mir 1,3 Mrd Aeffchen auf den Sack und ich will wieder raus.

Ganz so einfach ist das nicht und da muss ich jetzt wohl durch. So versuche ich jeden Tag etwas mehr die Kultur zu verstehen und mich anzupassen. Und wie heisst es doch so schoen, Wer durch die Hoelle gegangen ist, der weiss wie der Himmel aussieht. Waehrend ich letzte Woche noch glaubte ich habe verstanden wie das Spiel hier laeuft, so kam es mir diese Woche eher so vor, als spiele ich Fussball und DIE Tennis. Naja Teamplayer werden die Chinesen wohl nichtmehr. Ist wohl auch besser so, sonst haetten wahrscheinlich nicht wir unseren vierten Stern, sondern die Ihren Ersten. Der waere dann bestimmt rund und das Adidas Trikot haette 5 Steifen.

Die letzte Woche habe ich wieder in Xian und Nanjing verbracht. Dort haben wir Kartons ausgeschnitten und den Umriss der Fabrik bzw. den Workflow simuliert. Die Kartons, welche die Raeume simulieren wurden dann so angeordnet, dass der Arbeitsablauf optimal verlaufen kann. Heutzutage nennt man soetwas wohl LEAN, frueher haben wir dazu noch Tetris gesagt. Als wir dann fertig waren, haben mir meine Freunde das neue Layout praesentiert, dieses sei zwar jetzt optimiert, doch leider auch 2000!!! Quadratmeter groesser als zuvor. Als ich dann fragte, wie das denn mit dem geplanten Budget aussaehe, bekam ich nur zu hoeren " No problem, don't worry, Buddy"...Buddy?? Hab ich irgendwas verpasst, vor zwei Monaten hiess das noch Bossman. Ist das jetzt gut oder schlecht? Bin ich wirklich schon einer von Ihnen. Ein Blick in den Spiegel beweisst noch das Gegenteil und Ruelpsen tu ich auch noch nicht in unseren Meetings. Naja, da muss ich am Montag wohl mal ordentlich auf den Tisch hauen, dann hat sich das mit dem Buddy auch erledigt und es ist mal wieder Ruhe im Karton. So, da war ja noch das Problem mit dem Layout und dem Budget! 2 Stunden spaeter wurde mir eine Loesung vorgetragen (Wow, da hat mein Vortrag ueber Loesungsorientiertes Arbeiten und dass bei den Bienen auch nicht die Flugstunden zaehlen, sondern die Menge an Honig, wohl was gebracht - oder auch nicht.). Entweder A) Wir brauchen mehr Geld oder B) Wir sparen an der Qualitaet...no problem...ist die Welt nicht einfach, zumindest fuer DIE.

Manchmal merken meine Kollegen dass ich etwas - wie soll ich sagen- frustriert bin. Am liebsten waere es Ihnen wenn ich den ganzen Tag laecheln wuerde. Tja, leider tut dieses Halbwissen weh und ohne Drogen is 24h Laecheln einfach nicht drin. Zur Aufheiterung bekam ich dann zum Fruehstueck im Buero eine Portion Huehnerfuesse hingestellt. Yummi. Na zumindest gibt es mittlerweile Kaffee in den vorlaeufigen Bueros in Nanjing und Xian. Zuvor wurde mir auf die Frage nach Kaffee noch geantwortet, dass dieser schlecht fuer mich sei. Wer allerdings jetzt glaubt die Gruende liegen in der Sorge um meinen Blutdruck oder Magen, der irrt hier. Nein, Kaffee sei schlecht, weil ich dadurch schwarze Haare auf den Armen bekomme. - na siehste mal, wieder was gelernt. Meinen Kaffee bekomm ich jetzt immer mit Milch - Das sei wohl besser. Na ich beobachte mal ob die Haare jetzt blond werden.

Als ich dann am Freitag zurueck in mein neues Apartment kam, ging das Internet nicht. Da ich allerdings am Freitag!!! um 21:00 - 23:00 ein ConferenceCall hatte, musste ich also handeln und hab kurzerhand in der Lobby angerufen. Kein Problem sagte man mir und schickte mir einen "Engineer"(der hat dann wohl seinen Master im Fach INTERNET gemacht). Mit zu grosser Hose und Goldguertel kam er dann und machte sich ans Werk. Nach fachmaennischer Beurkundung des Problems wurde folgendes probiert. - Kabel rein, Kabel raus, Kabel rein, Kabel raus - Nichts. Er meinte dann dass die Kabelbuchse an meinem Labtop kaputt sei. Achso, na zum Glueck hatte ich hier noch einen zweiten Labtop. Wieder das gleiche Spiel - Kabel rein, Kabel raus, Kabel rein, Kabel raus - wieder nichts. Sein Urteil, na was wohl, auch diese Kabelbuchse sei kaputt am zweiten Labtop. Nach meisterlichen Ueberredungsversuchen konnte ich ihn ueberzeugen, doch noch ein Zweiturteil abzugeben. Also wurde mit einem Schluessel unter dem Tisch in der Kabelbuchse in der Wand rumgestochert. Ich hab dann auchmal nachgeschaut was er denn da macht, weil er dabei stark gestoehnt hat und nicht dass er da in was anderem rumstochert, aber anscheinend hatte er nur keine Lust am Freitag abend zu arbeiten. Als auch dieser Versuch scheiterte (Alle Buchsen kaputt??) hatte er einen Geistesblitz und schnappte sich meinen Labtop, stellte diesen im Bad auf den Handtuchhalter ueber der Kloschuessel oben an der Wand.  - ich hatte mir mittlerweile ein Bier aufgemacht, da Kaffee ja schlecht fuer die Armbehaarung ist und schaute ihm zu - Er stieg auf die Kloschuessel und schloss den Labtop direkt an der Verteilerdose an. 5 Minuten spaeter stieg er ab und meinte "So Internet geht!" - Wie? Soll ich jetzt immer auf der Kloschuessel stehend im Internet surfen?...F&%$#&*#...30 Minuten spaeter ging das Internet wirklich. Sogar WIFI. Er hat noch am selben Abend einen Router besorgt, diesen angeschlossen und sogar den Deckel vom Klo sauber gemacht. Allerdings glaube ich dass er mich nichtmehr mag und ein bisschen Angst hatte er auch in den Augen...

In diesem Sinne...Kommadant Lotusbluete over and out.

P.S.:In China werden die Jüngsten gerne nach wichtigen Ereignissen oder Slogans benannt. Kinder mit dem Namen "Olympia", “Raumfahrtmission”, “Verteidige China” oder “Errichte die Nation” sind im Reich der Mitte folglich keine Seltenheit. Ich behalte das mal im Hinterkopf, wenn ich mal einen Namen aussuchen muss.

P.P.S: Letzt wurde ich gefragt, ob ich auch etwas ueber Sehenswuerdigkeiten in Shanghai schreiben kann und etwas netter ...genau, netter?? ...ueber Sehenswuerdigkeiten koennt ich schon was schreiben - bis dahin allerdings, kauf dir nen Lonely Planet.

Firmen Essen mit der Regierung Tetris fuer Fortgeschrittene Der VIERTE Stern Schlafwandeln durch Shanghai

 

26Juli
2014

A Kraut in the Crowd!

Da stand ich also... mal wieder in einer Warteschlange und wartete auf die U-bahn nach Hause. Die Masse an Menschen ist wohl das erste was einem in China auffaellt. Wo gehen die alle hin und was machen die wohl alle so, fragte ich mich. 

Waehrend ich in den letzten Wochen abwechselnd in Nanjing oder in Xi'an auf einem Business Trip war, war heute wieder Nanjing dran. In der Frueh wurde ich von unserem Fahrer an den Bahnhof gebracht, noch schnell eine Telefonconferenz mit den Amis auf dem Weg und dann ging es im Zug nach Nanjing. Der Schnellzug befoerdert einen mit 312 km/h in einer Stunde nach Nanjing. Dort begann das Meeting um 10:30. 2 Stunden Meeting, 3 mal mit dem Kopf nicken, immer schoen laecheln und n paar Spaesschen mit den Leuten, dann noch was Essen, die Getthofaust zum Abschied und dann war mein Arbeitstag auch vorbei. Ob sich dies wirklich gelohnt hat vermag ich nicht zu sagen, dennoch kommt es mir so vor als seien die Meetings gleich 4mal so wichtig fuer meine chinesischen "Freunde" wenn eine westliche Langnase anwesend ist.

Nun war ich also wieder zurueck in Shanghai und nachdem am Taxi Stand gefuehlte 2 Millionen Menschen standen, entschied ich mich fuer die U-Bahn. OK hier unten in der U-Bahn waren es etwas weniger, dafuer aber 35 Grad. Endlich...der Zug kam und obwohl ich als erster in der Reihe stand betrat ich als letzter die U-Bahn - An das Draengeln muss ich mich wohl noch gewoehnen. 2 Stationen spaeter schaffte ich es endlich meine Hand vorsichtig zwichen zwei Chinesen vorbeizuschieben und mich an einer Stange festzuhalten. Zumindest fiel ich jetzt nicht bei jeder Station auf meine Vorderleute, dafuer aber der restliche Zug auf mich. Da ich heute leider nur mit meiner Labtoptasche reiste, konnte ich auch kein Deo verteilen und so ertrug ich mein Schicksal. Hmm, vielleicht haette ich doch lieber auf ein Taxi gewartet - das ist zwar immer wie eine Achterbahnfahrt mit ganz viel Gehupe und ich bin eigentlich immer froh wenn ich ohne Unfall ankomme, aber zumindest ging es mit der U-Bahn heute schneller. Natuerlich kann man hier nicht einfach nur dastehen und sich festhalten und warten...nein...um mich herum wurden die Handys rausgekramt und waehrend ich versuchte eine chinesische Soap auf dem Handy links von mir zu verfolgen kam die naechste Station und es bohrten sich 5 Mobiltelefone in meinen Ruecken. -  Klar, macht euch keine Gedanken, ich halte euch schon - Erst dachte ich es sei Blut dass mir den Ruecken hinunter bis in die Unnerbux laeuft aber nee - war doch nur Schweiss.

2 Stationen spaeter dann der Albtraum eines jeden, der wie ich mit einer zweiten Haut aus 300 Chinesen im Zug feststeckt - es drueckte mal wieder, diesmal nicht auf der Haut, sondern im Darm. Soll ich hier aussteigen - nee, ich brauchte ne richtige Schuessel und kein Loch. Also ausharren und beten. Endlich angekommen, weckte ich die Dame links neben mir, welche mittlerweile ihren Kopf an meine Schulter gelegt hatte und sprang hinaus. In meinem Compound traf ich wieder den Opa, der sich anscheinend jeden Tag mit Baiju (Schnaps) betrank: zumindest riecht der Aufzug immer sehr verdaechtig. Zum Glueck hatte ich dieses Stadium des Betrinkens besiegt - naja fast.

Was war sonst noch so passiert: Letzte Woche Dienstags begegnete mir auf dem Weg zur Arbeit eine Frau die rueckwaerts lief - warum die das macht? - ja da war sie wieder diese Frage nach dem warum? Mittlerweile hatte ich schon einige Chinesisch Stunden, "Warum" allerdings hatte ich noch nicht gelernt. Ich bin mir gar nicht sicher ob es dieses Wort in der chinesischen Sprache gibt. Am Dienstag feierten wir einen Fake-Geburtstag auf Arbeit. Fake- Geburtstag deshalb, weil er gar keinen Geburtstag hatte, die Kollegen aber einen Kuchen essen wollten und keine weiteren 2 Tage warten wollten bis zu seinem richtigen Geburtstag.  "Happy Birthday" wurde trotzdem gesungen.  An seinem richtigen Geburtstag allerdings war nichts geplant. Er wurde auch nicht richtig gratuliert, bis auf ein paar Nachrichten ueber Wechat natuerlich.  

Hier ist es mittlerweile unertraeglich heiss jeden Tag. Das merkt man nicht nur, weil ich meistens schon durchnaesst auf Arbeit ankomme, sondern auch weil die meisten Chinesen ihr T-Shirt im Sommer ueber den Bauch tragen oder um 4Uhr mittags im Schlafanzug auf der Strasse sitzen.

Kopfschuetteln hab ich mittlerweile aufgegeben, weil es schlecht fuer den Nacken ist- aber vielleicht probiere ich es mal mit Rueckwaertslaufen...

in diesem Sinne...ich geh ma raus.

 

11Juli
2014

DIE GESCHICHTE VON ZEIT UND GELD

Die Aufgabe erschien simpel - Miete fuer die naechsten drei Monate bezahlen - doch selbst Analphabeten wuerden "Einfaches China" als ein Oxymoron erkennen.

Um 11:00 teilte ich meiner Kollegin mit, dass ich mich auf den Weg zur Bank mache um meine Miete zu bezahlen. "No Problem" meinte sie noch, "it is very easy" - ja, wie oft hatte ich diesen Satz schon gehoert . Sie meinte noch, dass ich in max. 15 Minuten wieder zurueck sein werde. Ich allerdings meinte nur: "we will see."

Als ich die Bank betrat, war das Gedraenge gross, anscheinend ist die MIttagspause wohl nicht der ideale Zeitpunkt um seine Bankgeschaefte abzuschliessen. Diese Erkenntnis abgeheftet unter "lessons learned" wurde ich aufgefordert "please take a number". Alles klar. Schlappe 20 Minuten und einen neuen Rekord bei Angry Birds spaeter war ich auch schon dran. In der einen Hand meine Geldkarte, in der anderen die Kontodaten meiner Vermieterin versuchte ich mein Vorhaben zu erklaeren. Ein Meister der Pantomime wird wohl nicht mehr aus mir werden und so hatte ich 3 Minuten spaeter 360 x 100yen Scheine vor mir liegen...Ja nee, nicht abheben - ueberweisen! ..."Not Possible" - "Why" -"Can not explain" - Why" - "English no good".

Ok. Ich sollte also mit den 4 Buendeln Geld (4200Euro), durch Shanghai laufen, zu der Bank von der Vermieterin und die dort einzahlen. Is klar, sollte mir schonmal einen Aktenkoffer mit Handschellen kaufen, falls ich mir mal ein Auto kaufen will. Ich liess mir noch den Kontoauszug geben und stand auf...schwupps war der naechste Chinese schon auf meinem Sitz gesprungen. Als ich meinen Kontoauszug genauer betrachtete, fiel mir auf dass ich anscheinend nur noch 12 Euro aufm Konto hab. Gut ich geb zu es war alles auf Chinesisch aber die letzte Zahl unten rechts, sollte wohl der Kontostand sein. Boah, nein...wo ist mein Geld. Ich also wieder hin zu der Dame hinter dem Schalter und versucht ihr mein Problem "darzustellen". Antwort: "you must take a number"...-ruhig bleiben-...15 Miinuten spaeter war ich WIEDER an der Reihe. - Puh also den Kontoauszug konnte man mir nicht erklaeren, aber ich habe wohl noch Geld auf dem Konto.

Auf auf zur naechsten Bank hiess das Motto. Mit vier Geldbuendeln, die aussahen wie Drogengeld bewaffnet ging ich zur naechsten Bank. "Please take a number" - das kannten wir ja schon. Was ich mal sagen muss: Ich werde immer besser in Angry Birds. 30 Minuten musste ich diesmal warten bis ich an der Reihe war. 1,5 Seiten musste ich ausfuellen mit irgendwelchen Angaben ueber mich, wer ich bin, was ich mache, was ich am liebsten esse und welches Shampoo ich benutze oder so aehnlich. Als ich fertig war gab ich den Bogen dem Mann hinter dem Schalter, "Can not use" - "Why" - Nun ja ich hatte einen Buchstaben falsch geschrieben, diesen durchgestrichen. "Really?" fragte ich unglaeubig...es half nichts, also nochmal von vorne...als ich diesmal alle Daten sorgfaelltigst ausgefuellt hatte gab ich den Bogen ab. 2 Kopien vom Reisepass wurden gemacht und dann kam der Bankangestellte zurueck und meinte: "Can not do?"..."Why?"...ich solle den Namen der Vermieterin doch bitte in Chinesischen Zeichen schreiben. Da hat es mir dann gereicht, es war mittlerweile 12:30, ich war durchgeschwitzt und hatte 2 Boegen ausgefuellt. "f*** you" waren meine Worte als ich die Bank verliess.

Zurueck im Office liess ich meinen Frust erstma an der armen Kollegin aus... 1,5 Sunden, sieht das nach "easy" aus. Als sie dann meinete "No, really easy!" nahm ich sie mit. "Show me". Also gingen wir zurueck zur Bank und zu einem Automaten, weil man anscheinend Ueberweisungen an einem Automaten machen kann. Als wir alles eingetippt hatten, sagte sie die Worte die ich heute schon 3x gehoert hatte "Can not do!". Der Grund war einfach und auch ganz verstaendlich. Leider sind es 36450 Yen und nicht 36400. 50 yen gehen nicht. OK . Was jetzt? ...."Now we must take a number" - Wieder 20 Minuten warten und auf Angry Birds hatte ich jetzt auch keinen Bock mehr. Dann wurden wieder 1,5 Seiten ausgefuellt, diesmal in Chinesischen Schriftzeichen und alles war gut.

Aus 15 Minuten wurden 2.15 Stunden und ich war um 13:15 wieder zurueck im Buero.

Also wirklich das war eigentlich alles gaaaanz easy!

P.S.: Es ist weg. Letztendlich hat sich doch jemand erbarmt und hat dem Glan.T- Fahrrad ein neues Zuhause geschenkt.

P.P.S: Mein Zuhause hingegen, regt mich mittlerweile richtig auf. Die Waschmaschine laeuft aus und dann stinkt das Bad 1 Woche lang nach Abwasser. Alle Wasserhaehne sind kaputt. Warmes Wasser hab ich nur noch 1 Minute am Tag; warum das so ist, kann mir keiner sagen. Die Klimaanlage im Schlafzimmer funktioniert auch nicht mehr -da schlaeft es sich richtig gut wenn es frueh um 6:25 schon 30Grad und 80% Luftfeuchtigkeit in der Putze hat. Wenn ich die Zentrale Klimaanlage anschalte dann riecht die Wohnung komisch und irgendwie juckt es mich wenn ich auf meiner Couch liege. Also nachdem dann gestern Abend eine Mahnung an der Tuer hing, dass ich den Strom fuer Maerz nicht bezahlt habe und in 2 Tagen der Strom abgestellt wird, hat es mir gereicht. 1. War ich ja im Maerz gar nicht da und 2. war ich im Maerz gar nicht da. Also habe ich heute Morgen die Agentur angerufen und meine Wohnung gekuendigt, damit ist zwar auch die Kaution (2000Euro) weg, aber ich denke das faellt dann unter das Stichwort "Lessons learned" in China. Da musste ich der Agentin mal richtig Feuer unterm Arsch machen, damit bloss nicht der Strom abgestellt wird. Wir werden es ja merken, ob am Wochenende das Licht noch brennt.

Na haette ich das gewusst...haette ich mir den Stress mit der Ueberweisung sicher nicht gegeben.

Aber wie heisst es so schoen: Welcome to China

ich bin raus und warte auf den 4. Stern ..."schlaaaaand"

 

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